Das Gottesbuch: Der DAU sitzt immer noch vor dem PC

Cover "Das Gottesspiel"
Cover “Das Gottesspiel”

Virtuelle Welten wie bei „Ready Player One“, unverstandene Teenies wie in „ES“, viele Religionsbezüge und mit knapp 600 Seiten ein gutes Romanmaß – nichts wie ran und in vier Tagen gelesen.

Im Sci-Fi-Roman von Danny Tober geht es um eine Gruppe von Kids, die um die 18 – 19 Jahre alt sind. Sie sind in der letzten Klasse des Colleges, frustriert über ihr bisheriges Leben und unsicher über ihre Zukunft. Manche nehmen Drogen, manche dealen.  Nur der Computerclub hilft ihnen aktuell durchs Leben.

Dann bekommt der Held der Story „Charlie“ eine Einladung zu einem mysteriösen Computerspiel. Es stellt sich als eine virtuelle Umgebung da, die nicht nur die Umgebung, sondern auch die Seelen der Jugendlichen verändern wird. Eine mit dem Wissen aller Religionen der Welt vollgestopfte Künstliche Intelligenz schafft Spielaufgaben, die es zu lösen gibt – und schreckt auch nicht vor Mordaufträgen zurück.

Die Story und die technischen Bezüge zu virtuellen Welten und KIs sind spannend und vermutlich alle heute schon umsetzbar. Nur dass diese KI viel, viel mehr will. Und das macht Spaß!

Den Stil des Autors fand ich sehr eingängig, und ich konnte Geschichte gut folgen. Die Sprache ist dabei den jugendlichen Protagonisten angepasst, was zur Story passt. Leider fehlt dem Roman ein durchgehender Spannungsbogen. Es gibt zwar immer wieder Spannungsmomente, aber auch viele ruhige Stellen dazwischen. Damit wurde mir zu viel von der Geschwindigkeit der Geschichte genommen. Das Ende hat dann den Ausschlag gegeben, denn dort tritt der Autor nochmal aufs Gas und bringt alles zu einem runden, aber nicht heilen Ende.

Die Charaktere der handelnden Personen sind sehr verschieden. Der Autor gibt jedem Charakter eine eigene Sicht auf die Dinge. Damit konnte ich mich gut in die Handlungen der Einzelnen hineinversetzen. Sehr interessant: keiner war wirklich sympathisch, jeder hat seine dunklen Seiten.

Fazit

Ich fand „Das Gottesspiel“ lesenswert. Die Idee des Romans, die Gottes KI und die Aufgaben waren sehr gut umgesetzt. Besonders die Aufgaben der Spieler und deren Unwissen, wem getraut werden kann, sorgen für Spannung.

Aus dem Klappentext

»Wenn du gewinnst, werden all deine Träume wahr. Wenn du verlierst, bist du tot.« Diese Botschaft erhält Charlie, als er sich für das Gottesspiel anmeldet, das angesagteste Virtual-Reality-Game der Welt. Es wird von einer Künstlichen Intelligenz kontrolliert, die Charlie und seinen Freunden immer neue Aufgaben auf ihre Smartphones und ihre VR-Brillen schickt: Mal müssen sie eine virtuelle Hydra erlegen, mal ein altes Ritual zu Ehren eines längst vergessenen Gottes durchführen. Doch dann werden die Aufgaben, die die KI ihnen stellt, immer gefährlicher, und Charlie erinnert sich wieder an die Botschaft zu Beginn des Spiels. Was kann ihm eine KI schon antun? Wenn er im Spiel stirbt, hat das keine Auswirkungen auf sein Leben in der realen Welt – oder?

Über den Autor

Autor Danny Tobey
Autor Danny Tobey

Danny Tobey ist Texaner der fünften Generation und Absolvent des Harvard College, der Yale Law School und der UT Southwestern Medical School. Harvard verlieh Danny den Edward-Eager-Preis “für das beste kreative Schreiben”. Er schrieb und redigierte die Harvard Lampoon und wurde in The Best of the Harvard Lampoon: 140 Years of American Humor. Dannys erster Roman, der Sci-Fi-Fantasy-Thriller The Faculty Club erschien bei Simon & Schuster. Danny ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Im Jahr 2019 verlieh die Library of Congress Danny den Burton Award für seine Arbeit über künstliche Intelligenz und das Recht.

Zusammenfassung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.